M100 Ehrenpreis für Lord Weidenfeld
Lord Weidenfeld of Chelsea, erhält in diesem Jahr den Ehrenpreis des M100 Sanssouci Colloquiums, der zum ersten Mal vergeben wird. Die Laudatio hält der ehemalige österreichische Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel.
Preisträger und Laudator des M100 Medien Preises werden in Kürze bekannt gegeben.
Der 1919 in Wien geborene Weidenfeld emigrierte nach dem Anschluss Österreichs 1938 nach Großbritannien. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er als Europaberichterstatter bei der BBC und gründete 1948 mit Nigel Nicolson den Verlag Weidenfeld & Nicolson.
Gerade 30jährig, wurde er 1949 politischer Berater und Kabinettschef unter Dr. Chaim Weizmann in Israel. Ein Jahr später kehrte er nach Großbritannien und zum Verlagswesen zurück.
Lord Weidenfeld ist seit 1946 britischer Staatsbürger und wurde dort zweimal für seine Arbeit geehrt: 1969 wurde er von Elizabeth II. in den Adelsstand erhoben, seit 1976 ist er Mitglied des britischen Oberhauses. Von 1992 bis 1994 war er stellvertretender Vorsitzender der Universität Oxford-Kampagne.
Weidenfeld war wesentlich an der Initiierung des M100 Sanssouci Colloquiums beteiligt und ist zusammen mit Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs Vorsitzender des Beirats. Er erhält den Ehrenpreis für sein Lebenswerk und für sein besonderes Engagement für M100.
Die Hauptrede anlässlich der Verleihung des diesjährigen M100 Medien Preises hält die tunesische Menschenrechtlerin und Journalistin Sihem Bensedrine. Sihem Bensedrine ist eine der bekanntesten tunesischen Oppositionellen, Sprecherin des Nationalen Rats für Freiheit in Tunesien (CNLT) und Chefredakteurin der Online-Zeitung „Kalima“. Sie setzt sich seit über zwei Jahrzehnten für Presse- und Meinungsfreiheit ein. Nach Verfolgung und Inhaftierung ging sie 2009 ins Exil und kehrte nach dem Rücktritt Ben Alis in ihre Heimat zurück.
Die Preisverleihung findet am Abend des 8. September 2011 im Rahmen der internationalen Medienkonferenz M100 Sanssouci Colloquium im Raffaelsaal in Sanssouci statt.
Das Thema der diesjährigen Konferenz lautet „Globale Demokratie – Triumph der sozialen Netzwerke?“ (Global Democracy – A Triumph for Social Networks?“). Im Fokus der Diskussionen steht nicht nur die Bedeutung von Blogs und sozialen Netzwerken im Zusammenhang mit den Revolutionen in Ägypten, Tunesien, Algerien oder Marokko, sondern auch die Auswirkungen dieser Bewegungen für China, Iran und osteuropäische Länder mit autokratischen Regierungssystemen sowie Konsequenzen für traditionelle Medien.
M100 ist eine Initiative der Landeshauptstadt Potsdam und des Vereins Potsdam Media International e.V. und findet im Rahmen der medienwoche@IFA statt.
Gefördert wird das Colloquium in diesem Jahr von der Landeshauptstadt Potsdam, vom Medienboard Berlin-Brandenburg, vom Auswärtigen Amt, von der ZEIT-Stiftung und von Bertelsmann AG. Kooperationspartner sind Freedom House, Radio Free Europe und Reporter ohne Grenzen. Mit freundlicher Unterstützung von Google, Audi, Air Berlin und Plista.
