M100 Sanssouci Colloquium 2012
“What kind of Europe? Learning from the Crisis”
Potsdam, 6 September 2012
Europa steckt inmitten einer seiner ernstesten Krisen, finanziell, politisch und gesellschaftlich. In dieser Krise scheint die Politik vor allem damit beschäftigt, ein finanz-politisches Feuer nach dem anderen zu löschen, ohne jedoch ihr Handeln zu erklären. Dabei haben sich nicht nur das Vertrauen in die integrative Kraft der Märkte, sondern auch die Idee, der Sinn der EU verstehe sich von selbst, längst als Trugschluss erwiesen.
Doch der Krise wohnt auch eine Chance inne. Denn künftig geht es nicht mehr um mehr oder weniger Europa, es geht um die Frage, wofür Europa steht. Durch den Streit über das Verhältnis zwischen Wettbewerb und sozialer Sicherheit, zwischen Staat und Markt, entsteht auch Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit. Hier sind die Medien gefragt, die Debatten – nicht nur aus nationaler Perspektive – zu thematisieren und zu begleiten und in den europäischen Bezugsrahmen einzuordnen.
Ziel der diesjährigen Konferenz ist es, die EU in ihrer Gesamtheit zu betrachten, die Beziehungen der einzelnen Mitgliedstaaten untereinander zu analysieren und unter anderem auch die Auswirkungen der politischen Situation in Russland auf die EU zu diskutieren. Die Fragen lauten unter anderem: Wo stehen Europa und die Europäische Union? Kann Politik in Europa überhaupt noch etwas gestalten, oder ist sie Kräften ausgeliefert, die stärker sind als sie? Verstärkt die Krise die Kluft zwischen Politik bzw. dem politischen System und den Bürgern, und wenn ja, wie kann dem begegnet werden? Das Colloquium will sich mit der Frage befassen, wie sich die derzeitigen Probleme Europas für eine positive, zukunftsorientierte Reformagenda nutzen lassen.
Im Anschluss an die Konferenz findet im Raffaelsaal von Schloss Sanssouci die Verleihung des M100 Medien Preises statt. Bisherige Preisträger sind Lord Norman Foster, Bernard Kouchner, Bob Geldof, Ingrid Betancourt, Hans-Dietrich Genscher, Kurt Westergaard und Michael Anti. Laudatoren waren u. a. Prof. Dr. Wilhelm Vossenkuhl, der polnische Botschafter Marek Prawda, ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo und Bundespräsident Joachim Gauck. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bereits zweimal mit viel beachteten Reden an der Veranstaltung teilgenommen.
M100 ist eine Initiative der Landeshauptstadt Potsdam und des Vereins Potsdam Media International e.V. und findet im Rahmen der Medienwoche@IFA statt.
Die Konferenz 2012 wird gefördert von der Landeshauptstadt Potsdam, vom Medienboard Berlin-Brandenburg, von der Bertelsmann AG und von Google. Kooperationspartner sind Freedom House, Reporter ohne Grenzen, Institute for Advanced Sustainability Studies e. V. (IASS), Axel Springer Akademie, Land Brandenburg und Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.
Beratung:
Dr. Asiem El-Difraoui, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin
Dr. Leonard Novy, Institut für Medien- und Kommunikationspolitik, Berlin
