EZB-Präsident Draghi kommt nach Potsdam
Schäuble hält Hauptrede, Achleitner und di Montezemolo halten Laudatio
Am kommenden Donnerstag, dem 6. September 2012, wird Mario Draghi mit dem M100 Medien Preis ausgezeichnet. Der Präsident der Europäischen Zentralbank kommt unmittelbar nach der mit Spannung erwarteten EZB-Ratssitzung aus Frankfurt nach Potsdam. Der undotierte Preis wird zum Abschluss der am selben Tag stattfindenden internationalen Medienkonferenz M100 Sanssouci Colloquium am Abend im Raffaelsaal verliehen. Draghi wird vom M100-Beirat für sein Engagement ausgezeichnet, den Euro zu stabilisieren und mit allen Mitteln dafür zu kämpfen, das Europäische Haus zusammenzuhalten.
Die Hauptrede im Rahmen der Verleihung hält Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble. Schäuble konnte – nach 2007 – bereits zum zweiten Mal als Hauptredner des Colloquiums gewonnen werden.
Die Laudatoren für Mario Draghi sind Dr. Paul M. Achleitner, seit Mai 2012 Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank AG, sowie Luca di Montezemolo, seit 1991 Präsident von Ferrari und in diesem Jahr von der European Business Press Federation (EBP) zu „Europas Manager des Jahres 2012" gekürt.
„Damit steht beim diesjährigen Medientreffen M100 wieder ein politisch hoch aktuelles Thema im Vordergrund”, so Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs, der auch Vorsitzender des M100-Beirats ist. „Ich finde es sehr schön, die Verdienste von Mario Draghi um die Europäische Einheitswährung würdigen zu können. Ich verspreche mir dadurch auch einen regen Austausch und spannende Diskussionen über die Fragen unserer Zeit im Spannungsfeld von europäischer Idee und finanzpolitischer Realität.”
M100-Geschäftsführer Moritz van Dülmen: „Wir freuen uns besonders, dass mit Mario Draghi und Wolfgang Schäuble zwei der wichtigsten politischen Akteure der gegenwärtigen europäischen Finanzpolitik sich die Zeit nehmen, persönlich nach Potsdam zu kommen und damit erneut die Wichtigkeit des gesamteuropäischen Dialogs des jährlichen M100-Treffens in Potsdam unterstreichen.”
Der M100 Medien Preis
Mario Draghi, am 3. September 1947 in Rom geboren, ist seit 1. November 2011 Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt/Main. Seitdem kämpft er mit allen Mitteln für den Erhalt des Euro und die Stabilisierung der Eurozone. Als wichtigsten Auftrag der EZB bezeichnet er die Wahrung der Preisstabilität und den Schutz der europäischen Sparer.
Bisherige Preisträger sind: Lord Norman Foster, Architekt (2005), Dr. Bernard Kouchner, Gründer der Organisation „Ärzte ohne Grenzen” und französischer Außenminister (2006), Bob Geldof KBE, Musiker, Afrika-Aktivist und Gründer von Live AID (2007), Ingrid Betancourt, franko-kolumbianische Politikerin (2008), Hans-Dietrich Genscher, ehemaliger Deutscher Außenminister (2009), Kurt Westergaard, dänischer Karikaturist (2010) und Michael Anti, chinesischer Journalist und Blogger (2011).
Die Konferenz
Unter dem Titel „What kind of Europe? Learning from the Crisis” lädt das M100 Sanssouci Colloquium am 6. September 2012 zum achten Mal Chefredakteure, Kommentatoren und Politiker aus Europa nach Potsdam. In der Orangerie von Sanssouci diskutieren sie über Ursachen, Konsequenzen und Chancen der europäischen Krise. Die internationale Konferenz will sich vor allem mit der Frage befassen, wie sich die derzeitigen Probleme Europas für eine positive, zukunftsorientierte Reformagenda nutzen lassen.
In einem ebenso persönlichen wie außergewöhnlichen Rahmen lädt M100 seit 2005 jährlich rund 100 international führende Medien- und Meinungsmacher in die historischen Schlossgebäude von Sanssouci, um im direkten Austausch – auch aus globaler Perspektive – aktuelle Fragen und Probleme von Gesellschaft und Politik zu diskutieren.
Eröffnet wird die Konferenz von dem österreichischen Romancier und Essayist Robert Menasse. In seiner Rede „Europa Countdown“ setzt er sich mit der gegenwärtigen Krise der EU auseinander und macht einen verblüffenden Vorschlag zu ihrer Lösung. Menasse, geboren 1954 in Wien, lebt als freier Schriftsteller in Wien und Brüssel. Er ist unter anderem Mitglied des P.E.N. Clubs und hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Er ist Ritter des französischen Ordens der „Arts et Lettres” und Verfasser zahlreicher Romane, Essays und Theaterstücke. Demnächst erscheint sein Buch „Der Europäische Landbote. Die Wut der Bürger und der Friede Europas” (Szolnay Verlag).
Die Keynotes halten Gordon Bajnai, von 2009 bis 2010 ungarischer Ministerpräsident (Titel seiner Rede: „The Crisis of Crisis Management”), Dimitris Droutsas, ehemaliger griechischer Außenminister („Can Greece recover?”), sowie sein bulgarischer Amtskollege Solomon Passy („Nationalism, Populism and other drawbacks of Democracy: The Solution how to overcome them”). An die Reden schließt sich eine jeweils knapp einstündige Diskussion mit allen Teilnehmern der Konferenz an.
Zum Abschluss des Konferenzteils ziehen am Nachmittag fünf der hochkarätigen Teilnehmer unter dem Titel „Europe in the 21th Century: One for all – all for one?” ein Resümee der Konferenz: Matt Brittin, Vize-Präsident von Nord- und Zentral-Europa Google, Christoph Schwennicke, Chefredakteur Cicero, Deutschland, Antoine Laurent, Stellvertretender Direktor Global Editors Network, Frankreich, Wawrzyniec Smoczynski, Auslandsredakteur Polityka Weekly, Polen und Roger Köppel, Herausgeber und Chefredakteur Die Weltwoche, Schweiz.
Weitere Teilnehmer sind unter anderem:
Agron Bajrami (Koha Ditore, Kosovo), Angelos Athanasopoulos (To Vima, Griechenland), Erik Bjerager (Kristeligt Dagblatt, Dänemark), Rowan Barnett (Twitter Deutschland), Nikolaus Blome (BILD, Deutschland), Tamás Bodoky (Ungarn), Wolfgang Büchner (dpa, Deutschland), Stephan-Andreas Casdorff (Der Tagesspiegel, Deutschland), Mary Dejevsky (The Independent, Großbritannien), Ulrich Deppendorf (ARD-Hauptstadtstudio, Deutschland), Mathias Döpfner (Axel Springer AG, Deutschland), Cord Dreyer (dapd, Deutschland), Janis Emmanouilidis (European Policy Center, Belgien), Knut Engelmann (The Wall Street Journal Deutschland), Peter Frey (ZDF, Deutschland), Anthony Gooch (OECD, Frankreich), Ralph Grosse-Bley (Blick, Schweiz), Hans-Ulrich Jörges (Stern, Deutschland), Xenia Kounalaki (Kathimerini, Griechenland), Ludovic Lamant (Mediapart, Frankreich), Christoph Lanz (Deutsche Welle TV, Deutschland), Antonia Mészáros (ATV, Ungarn), Jacques Pilet (Rignier, Schweiz), Agnieszka Romaszewska-Guzy (Belsat TV, Polen), Mykola Siruk (DEN, Ukraine), Wawrzyniec Smoczynski (Polityka Weekly, Polen), Beate Wedekind (Beate Wedekind GmbH, Deutschland), Clemens Wortmann (AFP) und viele mehr.
Die Konferenz 2012 wird gefördert von der Landeshauptstadt Potsdam, vom Medienboard Berlin-Brandenburg und von der Bertelsmann AG. Sponsoren sind Google und Audi. Kooperationspartner sind Freedom House, Reporter ohne Grenzen, Institute for Advanced Sustainability Studies e. V. (IASS), Axel Springer Akademie, Human Rights Watch, Land Brandenburg und Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.
M100 ist eine Initiative der Landeshauptstadt Potsdam und des Vereins Potsdam Media International e.V. und findet im Rahmen der Medienwoche@IFA statt.
